„Sara“

Vollst. Name: Sara of Roses Hill
Spitznamen: Schnecke, Schatzi, Baby
Rasse: Dobermann x Schäfer
Geb.: ca. 20.05.1995
Gest.: 22.09.2008
Schulterhöhe: 62 cm
Gewicht: in jungen Jahren ca. 25 kg, dann mehr

Im Juli 1995 machten meine Familie und ich Urlaub im südlichen Italien, am „Gargano“ – eine sehr ländliche Gegend.
Eines Abends fuhren wir den Berg hinauf zu einem Berggasthof um dort zu essen. Wie Kinder nun mal sind, liefen meine Schwester und ich überall herum und schauten uns alles genau an. Uns fiel sofort die blonde, freundliche Kettenhündin auf, die sich wahnsinnig freute nette Menschen zu treffen. Nach ein paar Minuten Streicheln entdecke ich im bewachten Hühnerstall, dass zwischen all dem Kleingetier (Hühner, Hasen, Puten, etc.) ein kleines, schwarzes, wedelndes Hündchen herumlief. Keine Frage – ich war sofort verliebt in dieses ca. 6 Wochen alte Hundebaby! Nun galt es meine Eltern zu bearbeiten, damit wir endlich einen Hund bekommen!  Nach einer ganzen Woche „Arbeit“ und wahnsinnigem Zittern haben wir es letztendlich geschafft und der kleine Wutz durfte mit uns nach Wien.

Nachdem meine Familie und auch ich absolut keine Ahnung von Hunden hatten, dachten wir es sei ein reinrassiger Dobermannrüde *gg*
Einen Tag nach unserer Ankunft im neuen Zuhause besuchten wir mit „Enzo“ den Onkel Doktor, der uns mitteilte, dass es sich hierbei wohl doch eher um eine – noch sehr junge -Hündin handelt, die bestimmt nicht reinrassig ist. Also wurde „Enzo“  bereits nach 2 Tagen und einer Familiensitzung zur „Sara“.

„Von nun an ging’s bergab…“ – Tja, dieser Spruch trifft’s wohl am ehesten :-)
Sara entwickelte sich – ganz Dobermanntypisch - zu einer nervösen und extrem unausgeglichenen Hündin, die durchaus bereit war ihren „Übermut“ an anderen Hunden mittels Raufereien auszulassen. Dies war eine unglaublich schwierige Situation, weil ja hauptsächlich ich mit meinen 13 Jahren unterwegs war mit ihr. Rein körperlich hatte ich natürlich keine Chance. Auch die Hundeschule brachte diesbezüglich keinen Erfolg.
Als meine Eltern schon so weit waren Sara abgeben zu wollen, kontaktierte ich meine Mathematik Lehrerin (Eva), von der ich wusste, dass sie auch Hunde trainiert.

Eva hat mir die Augen geöffnet und unser Rauf-Problem löste sich mehr oder weniger von selbst. Sara war schlicht und einfach unausgelastet und permanent frustriert (bestimmt auch wegen dem „netten“ Umgang mit ihr, der damals leider üblich war). Eva nahm mich täglich mit zum Spazierengehen an unterschiedlichen Orten und nahm mich auch in ein „Spezialtraining“ auf. Schon sehr schnell zeichneten sich die ersten Erfolge ab und ich fand großen gefallen daran mit meinem Hund zu arbeiten. Sara war aufgrund der vielen Beschäftigung wie ausgewechselt. Bis auf ein paar spezielle Feinde hat sie das Raufen eingestellt.

Recht bald waren wir soweit unsere erste Prüfung abzulegen (BGH 1). Und nach weiteren paar Monaten starteten wir sogar das erste Mal auf einem Agility-Turnier.

Leider zeichnete sich bereits nach kurzer Zeit ab, dass Sara Probleme mit den Ellenbogen hat. Somit war Agility für uns gestorben. Ich lernte Sara noch ein paar Tricks und andere Späße um sie geistig bei Laune zu halten. Außerdem war ja immer noch der Unterordnungskurs sehr interessant, den wir auch noch sehr lange besuchten.
Am Hundeplatz war mein Hund als brutale Fressmaschine bekannt! Sie konnte blitzschnell in die (Bauch-)Taschen fremder Leute einbrechen und sich alles Essbare daraus klauen – ohne Rücksicht auf Verluste! So hat sie schon zig Taschen einfach aufgerissen. Diverse Jacken und auch mal der eine oder andere Finger mussten dafür bezahlen ;-)

Als ich von daheim ausgezogen bin wollte ich Sara eigentlich mitnehmen. Aber schon nach 2 Wochen bemerkte ich eine Art „Heimweh“ bei ihr. Sara freute sich immer dermaßen, wenn ich meine Eltern besuchte, dass ich mir dachte es wäre nicht fair den 9 Jahre alten Hund, der Haus mit Garten gewohnt war in meine kleine Wohnung zu pferchen. Die Umstellung war einfach zu groß für meine alte Schnecke. Also hab ich sie in IHREM Zuhause gelassen wo sie mit meiner Mutter noch einige Jahre gemütliche, ausgedehnte Spaziergänge genossen hat.

Im Oktober 2008 begann Sara plötzlich nicht mehr oder halt nur sehr wenig zu fressen. Wer die alte Hexe kannte, weiß, dass das absolut kein gutes Zeichen ist. Nach einigen Untersuchungen in der Tierklinik Breitensee stand fest, dass sie einen ziemlich aggressiven Milztumor hatte, der auch schon irgendwo aufgeplatzt war, sodass meine arme alte Schnecke bereits innere Blutungen hatte. Dann ging leider alles viel zu schnell…. Noch am selben Abend kam eine befreundete Tierärztin zu meinen Eltern nach Hause und fast die ganze Familie konnte sich von unserem Schatz verabschieden bevor sie in die ewigen Jagdgründe geschickt wurde.

Sara hat eine riesige Lücke in meinem Herzen hinterlassen…

Schnecki, ich werd dich nie vergessen und wirst ewig einen großen Platz in meinem Herzen haben! Ich bin sicher, dass du da wo du jetzt bist immer ein Auge auf mich und das „Rudel“ hast, damit wir irgendwann wieder vereint sind… du fehlst mir….



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